Der Lentikulardruck hat sich über die Jahre verändert und heute findet er vielfältige Anwendungen, um Bewegungen oder Entwicklungen erlebbar zu machen.

„Wackelbilder/Kippbilder“ sind ein beliebtes Produkt, um bewegte Bilder zum Mitnehmen zu erzeugen. Die Technik nennt sich Lentikulardruck oder auch Prismenlinsendruck. Lentikular wird oft auch mit einem „c“, also „Lenticular“ geschrieben.

Lentikulardruck basiert auf zwei deckungsgleichen Bildern, die sichtbare Unterschiede im Vergleich zum „Partnerbild“ haben. Früher gab es die beliebten „Wackelbilder/Kippbilder“ von Tieren, Gesichtern oder auch Comiczeichnungen, die auf Wackelbildpostkarten Kindern und Erwachsenen Freude machten. Um diese Effekte sichtbar zu machen, wird die Lentikularkarte nach vorn und nach hinten bewegt oder von links und nach rechts, so dass die einzelnen Motive durch die spezielle Lentikularfolie nacheinander abgespielt werden.

Je nach Richtung in die die Karte bewegt werden soll ändert sich die Linsenführung. Man unterscheidet zwischen horizontaler Linsenführung und vertikaler Linsenführung.

Durch eine horizontale Linsenführung werden die einzelnen Bilder getrennt und können so nacheinander betrachtet werden. Je mehr Bilder bei einem Lentikular-Effekt verwendet werden, umso weicher werden die Bewegungen. Bringt man nur zwei verschiedene Bilder ein, so hat man ein Wechselbild oder auch Flip. Die jeweilige Bewegung bietet unterschiedliche Möglichkeiten der Gestaltung, wie zum Beispiel eine Verkleinerung oder Vergrößerung (Zoom), eine Verwandlung (Morph) oder auch eine fließende Bewegung (Animation). Welches der Bilder auf einer Lentikularkarte gerade sichtbar ist, ist von dem jeweiligen Betrachtungswinkel abhängig, somit wird die Bewegung auch erst durch ein Kippen der Karte erkennbar.

Die vertikale Linsenführung ist das genaue Gegenteil der horizontalen. Hier werden die Bilder gerade nicht voneinander getrennt. Beide Augen nehmen jetzt mehrere Bilder auf einmal wahr, sodass eine Bildvereinigung entsteht. Besonders gut eignet sich das für 3D-Lentikularkarten. Wir die einzelnen Bilder leicht verschwommen, da wir nun nicht mehr nur ein Bild wahrnehmen sondern mehrere. Aus diesem Grund eignet sich diese Anordnung eher für große und mit einem größeren Betrachtungsabstand versehende Produkte wie beispielsweise Plakate.

Wenn Sie planen Lentikularkarten Drucken zu lassen, verwenden Sie wenn möglich bei den verschiedenen Motiven nicht zu große Farbunterschiede, da es bei diesen Effekten so zum Durchscheinen dunkler Flächen kommen kann. Dies bezeichnet man auch als „Ghosting“. Empfehlenswert sind hierbei helle Elemente auf einem dunklem Hintergrund, um diesen Nebeneffekt zu vermeiden.